Diese Geschichte ist erfunden, wenn auch nach gründlichem Studium sämtlicher Internetseiten, die etwas zum Kriegsende in Oranienburg und Berlin berichten. Die Orte gibt es wirklich, die Geschichten, die sich an die Orte knüpfen sind aber ausgedacht. Das Ende des Krieges in Oranienburg wird ganz ähnlich verlaufen sein.
Dass der Krieg, seine Schrecken, die Situation bei der Befreiung durch die polnische und sowjetische Armee heute kaum noch im Gedächtnis vorhanden ist, kann man feststellen. Zum Museum in Sachsenhausen pilgern wöchentlich Reisgruppen aus aller Herren Länder. Für die Bevölkerung spielt das alles kaum noch eine Rolle, wie man an den jährlichen, spärlich besuchten Feiern zum Kriegsende sehen kann. Die steinernen Zeugen sind nach wie vor mitten im Stadtbild vorhanden. Aber sie gehören für die meisten einer längst vergangenen Zeit an, die mit dem Heute nichts mehr zu tun zu haben scheint.

Dieser Widerspruch hat mich gereizt. Ich wollte einen Betrag leisten zur Aufrechterhaltung der Erinnerung an eine schwere, schrecklich Zeit, an die Verbrechen der Nazis vor Ort, die auch damals der Bevölkerung merkwürdigerweise fast entgangen sind, an die Not der Nachkriegsjahre und an die Lehre, die zumindest in den ersten Jahrzehnten für die meisten Menschen noch eine wichtige Bedeutung hatte: Nie wieder Krieg!